Altes Pfarrhaus Hahn

Umbau



Es war die bei weitem größte Umbau- und Renovierungsaktion, die das fast 250 Jahre alte Gebäude bisher erlebt hat. In vier Jahren blieb keine Wand unangetastet, wurde kein Stecker und keine Leitung beibehalten. Vom maroden Pfarrhaus zum modernen Gasthaus und Hotel lautete die Mission. Und wer heute vor dem Haus mit der strahlenden Fassade und dem glänzenden Schiefer steht, wer durch die Räume geht und sich den Ausgangszustand vor Augen hält, der resümiert: Es hat sich gelohnt!

Stand 2006: Die Liste der Schäden und Mängel am Gebäude ist lang. Das Dach marode, der Putz an vielen Stellen bröckelnd, die Wände nicht selten feucht. Im Inneren schwarze Wände von der jahrzehntelangen Nutzung von Öfen, hängende Decken und ein völlig veraltetes Strom-, Wasser- und Abwasser-Leitungssystem. Auf dem Dachboden und in vielen Räumen Osterkerzen der letzten 30 Jahre, Unmengen an Bistumszeitungen bis aus der Zeit von Papst Paul VI. und andere Dinge, die zunächst in mehrere Container füllten. Zum Vorschein kamen aber auch immer wieder kleine Kostbarkeiten wie alte Krippenfiguren, wunderbar gearbeitete Leuchter und Kronen und auch alten Werbetafeln für ein Freilichtspiel von 1953 tauchten wieder auf.

Das Konzept für den Umbau war von Beginn an klar: Zunächst sollte der Pfarrhof an der Vorderseite des Gebäudes in einen Biergarten umgewandelt werden, bevor im ehemaligen Scheunentrakt die Gaststätte mitsamt Küchenanbau auf der Rückseite entstehen sollte. Zu guter Letzt sollte das restliche Gebäude in ein modernes Hotel transformiert werden und als endgültiger Schlusspunkt der Pfarrgarten auf der Rückseite wieder schön werden.

Im zukünftigen Bereich des Biergartens musste zuerst der Boden ausgehoben werden: Ein verwilderter Grünstreifen musste ebenso weichen, wie die Pflastersteine vor dem Scheunentor und unpassende Betonplatten vor der Haustür. Das Ausheben ermöglichte es, das Areal neu zu gestalten und bereits wichtige Versorgungsleitungen für das Haus zu legen. Nahezu alles, was Sie heute im Biergarten sehen, war vor ein paar Jahren noch nicht dort: Die Sandsteinplatten im Eingangsbereich wurden der Scheune entnommen, die kleine Bruchsteinmauer mit Steinen aus dem Pfarrgarten hochgezogen und der Walnussbaum neu gepflanzt. In einem Jahr entstand so urgemütlicher, zu jeder Tageszeit einladender Biergarten, der ab August 2007 die Gäste anlockte.

Auch in der Scheune galt es, den Ist-Zustand radikal zu verändern. Durch die Einbindung des Gewölbekellers in das Nutzungskonzept mussten zwei neue Zugänge durch die dicken Wände gebrochen werden: Aus Gaststätte und Pfarrgarten können Sie nun bequem in den Gewölbekeller spazieren. Ursprünglich bestand der Wirtschaftsteil des Hauses aus zwei Einzelräumen, dem Stall- und Lagerteil und der Scheune. Da nur ein kleiner Eingang vorhanden war, musste die Hälfte der Trennmauer weichen, um dem heutigen Gastraum die nötige Größe zu geben. Im ehemaligen niedrigen Stall war es außerdem nötig, die Zwischendecke zu entfernen, von der heute noch die Balkenreste im hinteren Teil zeugen. Der Innenausbau umfasste das Verputzen, das Verlegen eines urigen Eiche-Dielenbodens, ein völlig neues Heiz- und Belüftungssystem und vieles mehr. Gleichzeitig zu diesen Renovierungsmaßnahmen wurde ein Küchenanbau geschaffen, der architektonisch bewusst mit der Pfarrhaus-Architektur bricht. Kein Anbau im vorhandenen Stil, kein Etikettenschwindel sollte es sein, sondern eine klar sichtbare Trennung von Vorhandenem und Neuem. Ein Jahr nach Eröffnung des Biergartens konnte auch das Gasthaus seinen Betrieb aufnehmen und ermöglichte völlig neue Möglichkeiten der Bewirtung im Alten Pfarrhaus.

Doch mit Biergarten und Gasthaus waren erst zwei Drittel des Konzeptes in die Tat umgesetzt, das letzte Drittel des Hauses wartete noch auf den Wind der Erneuerung. Im restlichen Teil des Untergeschosses, im Obergeschoss und im Dachgeschoss galt es, 10 komfortable Hotelzimmer zu erschaffen. Dass dies im Dachgeschoss überhaupt möglich war, bedingte eine Entscheidung aus dem Jahre 2007: Anstatt - wie ursprüngliche Planungen es vorsahen - das vorhandene Dach nur auszubessern, wurde dem Pfarrhaus im Jahre 2008 ein komplett neuer ?Hut? aufgesetzt. Naturschiefer ersetzte seinen künstlichen Bruder und 16 neue Gauben ließen Tageslicht in den  riesigen Dachboden. Noch mehr als schon im Gasthaus hieß es, dass vorhandene Bild vor und hinter der Mauer zu verändern. Neue Strom-, Wasser- und Heizungsleitungen mussten gelegt werden, unzählige Durchbrüche und zahlreiche neue Wände waren nötig, um aus vielen großen Zimmern 10 geräumige Hotelzimmer zu formen. Wo es möglich war, wurde Altes bewahrt, was man an einigen Türrahmen und Türen bewundern kann. Doch die alte Treppe, Böden und Dielentüren mussten weichen, da sie nicht mehr den Erfordernissen des Brandschutzes oder eines Hotelbetriebs genügten. Einzug hielten dafür moderne Bad-Armaturen, hochwertige und strapazierfähige Teppichböden,  Eichendielen in den Zimmern und edle Basaltplatten im Eingangsbereich. Seit Mai 2010 genießen unsere Gäste täglich den Komfort moderner und komfortabler Hotelzimmer.

Was vorne im Hof anfing, findet hinten im Garten seinen Abschluss. Mit Fertigstellung der Hotelzimmer wurde der ehemalige Pfarrgarten wieder baustellenfrei. Für die Hotelgäste wurde er wieder in die für Klöster und Pfarrhausgärten typische Form gebracht und steht für einen Spaziergang oder die Nutzung im Rahmen einer Feier offen. 

 
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